Stationen

Donnerstag, 14. November 2013

St. Anna di Stazzema



Ein sehr guter Film

Aber für die deutsche Synchronisation lege ich die Hand nicht ins Feuer. Der Artikel in der deutschen Wikipedia beruht auf einem Missverstädnis. Und dieses auf dem in Deutschland endemischen Schuldegozentrismus (bzw. Schuldethnozentrismus). Wir sind so durch den Wind, dass wir nicht mal mehr sehen, was sich vor unseren Augen abspielt.

Die Forderung "nicht wegzusehen" ist für die Katz, wenn wir beim Hingucken nur das sehen, was wir sehen sollen und übersehen, was ins Auge springt.


Das SS-Massaker, das tatsächlich in St. Anna stattfand, ist im Film nur der Hintergrund, vor dem sich die eigentliche Handlung abspielt. Wobei die italienischen Widerständler endlich einmal nicht so gut davonkommen, wie das sonst üblich ist, und wie es deren Veteranenvereine, die nach wie vor von Stalinsympathisanten dominiert werden, gerne hätten. Wirklich gut kommt nur die italienische Bevölkerung weg. Die afroamerikanischen Neger jedenfalls, die für die USA kämpfen, erleben es, dass sie von der Zivilbevölkerung der Toscana anständiger behandelt werden als von den Weißen in ihrem eigenen Land. Ein ehrlicher Film, in dem die Akzente realistisch gesetzt werden.


Fast 70 Jahre unbekannt und unbeachtet blieb dieses Massaker in Deutschland. In Italien jedes Jahr am 25. April in Erinnerung gerufen, wie bei uns nicht mal Dresden.

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